Meissner Tierschutzverein e.V.

Der Meissner Tierschutzverein e.V. hat eine Geschichte, die sich sehen lassen kann. Bereits 1878 wurde der erste Meissner Tierschutzverein gegründet. Schon nach kurzer Zeit brachte er es auf 160 Mitglieder, eine Zahl, die unser heutiger Verein gerade mal nach 17 Jahren erreicht hat.

1927 verzeichnete die Stammrolle 4540 Namen, von denen immerhin noch 1485 als Mitglieder aktiv waren.

König Friedrich August der Starke übernahm 1904 die Schutzherrschaft über den Verein. Den Grundstock des Vereinsvermögens bildete 1879 ein Legat von 7500 Mark, das allerdings durch die Inflation verloren ging.

Der Verein beschäftigte sich in der Anfangszeit vor allem mit Aufklärungsarbeit, mit speziellem Augenmerk auf die Kinder. Seit 1882 wurden zu diesem Zweck Kalender herausgegeben.

Vorrangiges Ziel der Vereinstätigkeit war weiterhin die Erleichterung des Loses der landwirtschaftlichen Nutztiere, insbesondere der Zugtiere ( Pferde, Ochsen, aber auch Hunde). Beispielsweise wurde ein Brunnen zum Tränken der Markthunde errichtet. Eine große Rolle spielte der Vogelschutz.

Unter den Mitgliedern des Vereins befanden sich viele sachkompetente Leute: Landwirte, Waldbesitzer, Schlachthofdirektoren; aber auch die Lehrerschaft war stark vertreten, so das für eine Ausbreitung des Tierschutzgedankens gesorgt war. Allerdings lagen die Prioritäten etwas anders als heute: so gab es - neben Prämien für gute Tierhaltungen, vorbildliche Viehpfleger - auch Prämien für die Vertilgung von “Raubzeug” ( zu dem z.B. wildernde Katzen zählten).

Seinen Höhepunkt erlebte der Verein unter der Ägide von Camillo Schaufuß (ab 1900), der gleichzeitig zum Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Tierschutzvereine gehörte und später (bis 1933) sogar dessen Präsident war. Camillo Schaufuß war bestrebt, die Arbeit der Tierschutzvereine auf eine sachliche Basis zu stellen und überemotionale Reaktionen zu vermeiden. Eine seiner Maximen war: Tierschutzvereine sind keine Bühne für Selbstdastellung! Zahlreiche Initiativen gingen vom damaligen Meissner Tierschutzverein aus, von denen als Beispiel hier nur die “Meissner Hundehütte”  genannt werden soll.

Unser Meissner Tierschutzverein e.V. gründete sich am 23. März 1991 und dient seitdem satzungsgemäß dem Schutz der Tiere, vorrangig im Landkreis Meissen. Wir setzen damit die guten Traditionen unseres bereits am 23. Februar 1878 gegründeten Vorgängervereines fort, der sich leider im Jahr 1935 auflöste.

Am 23. März 1991 fand die Gründungsversammlung statt, bei der die meisten der anwesenden Interessenten dem Verein beitraten.

Der Bürgermeister von Taubenheim übergab dem Meißner Tierschutzverein e.V. ein kleines Häuschen zur Nutzung. Dieses Häuschen wurde für die Beherbergung von Katzen hergerichtet und konnte im April 1994 in Betrieb genommen werden. Ein großes Freigehege schaffte Luft für die Insassen des Katzenhauses und wurde Sommer wie Winter gern genutzt.

Einige Mitglieder erinnern sich noch an den Anruf am Morgen des 07. März 1998. “Bitte kommt! Unser Katzenhaus ist heute nacht abgebrannt!” Alles war dahin! Unser geliebtes Häuschen stand als schwarze, rauchende Ruine an seinem Platz. Ein paar Katzen hatten sich gerettet, für andere kam jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr führte das Feuer auf einen Kabelbrand zurück.

Wir erhielten durch viele Spenden einen Grundstock für den Aufbau des Tierheimes auf dem vereinseigenen Gelände in Gröbern in der Gemeinde Niederau. Die Investitionskosten wurden durch Spenden und Schenkungen zu 77% vom Verein erbracht, nicht mitgerechnet die vielen Stunden Eigenleistung der Vereinsmitglieder. Dieses Tierheim konnte am 12. Dezember 1998 eingeweiht werden. 2000 wurde ein großes, unterteiltes Katzenfreigehege angelegt, hauptsächlich in Eigenleistung. Das Tierheim verfügt über 7 geräumige Hundezwinger. Im Jahr 2003 kam ein großer Hundeauslauf, finanziert über eine Erbschaft, dazu.